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Das Widerrufsrecht

10.09.2014

Der Maklervertrag als Voraussetzung

Ein Maklervertrag ist als Grundlage für eine mögliche Immobilienvermittlung an einen Interessenten notwendig, da durch ihn  u.a. die Verpflichtung zur Zahlung einer Vermittlungsprovision geregelt wird (§§ 652 ff. BGB). Die Höhe der Provision (Courtage) ist vorab in dem Immobilienangebot angegeben.
Wenn ein Interessent bei einem Immobilienmakler bezüglich einem veröffentlichten Angebot um weitere Informationen bittet und daraufhin ein Exposé zugesandt bekommt, geht er bereits einen Maklervertrag mit dem Immobilienanbieter ein.
Die ist nicht weiter schlimm und war bisher auch so, ohne dass es den meisten Interessenten bewusst war.

 

Wie ist die neue gesetzliche Regelung?

Seit dem 13. Juni 2014 gilt die neue EU-Verbraucherrichtlinie.
Mit Zustandekommen eines Maklervertrages außerhalb der Geschäftsräume des Immobilienmaklers hat der Interessent das Recht, diesen innerhalb von 14 Tagen zu widerrufen.

In der Praxis sieht das so aus:
Der Interessent stellt etwa per Internet, Telefon oder Telefax eine Anfrage zu einer inserierten Immobilie. Anschließend antwortet der Immobilienmakler beispielsweise mit der Zusendung eines einfachen Exposés. Dadurch kommt ein Fernabsatzvertrag zustande. Fernabsatzverträge sind nach § 312 c BGB Verträge, die über Fernkommunikationsmittel (Internet, E-Mail, Telefax, Telemedien etc.) geschlossen werden.
Zusammen mit dem einfachen Exposé sendet der Immobilienmakler dem Interessenten eine Widerrufsbelehrung und ein Formular einer Verzichtserklärung  zu. Ab diesem Zeitpunkt hat der Interessent 14 Tage Zeit, um den Maklervertrag zu widerrufen.

 

Wie geht es weiter?

Um seinen Anspruch auf die Provision nicht zu verlieren muss der Immobilienmakler die 14-tägige Widerrufsfrist abwarten, bevor er den Interessenten weitere Informationen bezüglich der Immobilie zukommen lässt.
 

Was kann man tun?

Es besteht die Möglichkeit, dass der Interessent auf sein Widerrufsrecht verzichtet. Dies muss er dem Immobilienmakler schriftlich mitteilen. Anschließend kann der Interessent vor Ablauf der 14-tägigen Widerrufsfrist weitere Informationen zur Immobilie erhalten oder auch zeitnah einen Besichtigungstermin bekommen.
 

Welche Kosten entstehen?

Genauso wie vor der Einführung des Widerrufsrechts entstehen Kosten nur bei Abschluss eines Kauf- oder Mietvertrages in Höhe der vorab angegebenen bzw. mitgeteilten Courtage. Eine  individuelle Vereinbarung bezüglich möglicher Kosten ist zwischen dem Immobilienmakler und dem Interessenten möglich.

 

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